Echoes of Wartime - Nachklang der Geschichte(n)

Das Ende des ersten Weltkrieges, des „Great War“ wie er in England genannt wird, jährt sich 2018 zum 100. Mal.

In diesem Theater-Recherche-Projekt, initiiert vom englischen Theater Common Players aus Crediton werden Geschichten, Erinnerungen, Tagebucheintragungen, Feldpostbriefe in einem mehrsprachigen gemeinsamen Theaterstück verarbeitet. Vor 100 Jahren kämpfte Europa, verstrickt durch Bündnisse und Versprechungen gegeneinander, Engländer und Deutsche standen sich zu Land, zu Wasser und in der Luft gegenüber. Was hat die Menschen damals dazu bewogen? Jeder sah Gott auf seiner Seite und im anderen den Feind. Was machten die Ereignisse mit den Familien, mit Männern, Frauen und den Kindern?

Wir sind gemeinsam auf Spurensuche gegangen, haben Archive durchstöbert, Menschen befragt, Briefe gelesen, um einen Ausschnitt aus Gedanken, Gefühlen und Motivationen zu bekommen. Nicht nur englische und deutsche Erinnerungen fließen mit ein, sondern auch französische aus der Normandie. 

Warum Fulda und Crediton? Unsere beiden Städte haben eine uralte Verbindung durch den Missionar Bonifatius aus dem 8. Jahrhundert, welcher in Crediton geboren und als Mönch aufgewachsen ist, sein Leben aber dem Aufbau der katholischen Kirche in Deutschland gewidmet hat. Nachdem er das Amt des Erzbischofs von Mainz niedergelegt hatte, wendete er sich im Alter von 73 Jahren wieder seiner Liebe, der Missionsarbeit, zu. Er starb als Märtyrer in Dokkum, Friesland. In der Fuldaer Kathedrale wurde er beigesetzt. Seit vielen Jahren pflegen die beiden Städte Crediton und Fulda einen kulturellen Austausch, und zwischen den beiden Gemeinschaften hat sich eine enge Freundschaft entwickelt. Während des Ersten Weltkrieges jedoch waren sie Todfeinde.

In England ist der Konflikt von 1914-18 als "Der Grosse Krieg" bekannt und bis heute als nationale Tragödie in Erinnerung. In Deutschland werden die Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg jedoch häufig von den Traumata des Zweiten Weltkrieges überschattet.

Ziel des Projektes ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kriegserfahrungen der Menschen in Fulda und Crediton zu ergründen und zu vermitteln. Während den Geschichten über die Kämpfe in den Schützengräben viel Bedeutung zugemessen wird, interessiert uns vor allem der Einfluss des Krieges auf die Menschen, die in beiden Städten zu dieser Zeit an der Heimatfront gelebt haben.

Nach intensiven Proben mit einem mehrsprachigen Ensemble werden wir ECHOES OF WARTIME zunächst in Crediton uraufführen und dann am 19. und 20. Oktober in der Orangerie Fulda - die zu Kriegszeiten als Lazarett diente. 

Für Schulen gibt es Begleitmaterial zum Stück und die Möglichkeit Workshops zu buchen. Melden Sie sich bitte bei Interesse.

Europäische Geschichte intensiv, lokal, lebendig

Echoes of Wartime

Echoes of Wartime is an Anglo-German drama project to mark 100 years since the end of the First World War.

In 2015 the English theatre company, Common Players, embarked on a journey with people in Crediton to discover and share local stories about the 1914-1918 Great War. They found theatre colleagues in Fulda - Theatre Mittendrin and FTF Theatre - who wanted to join and collaborate.

Why Fulda and Crediton? Our two towns have an ancient connection through the eighth century missionary St Boniface, who was born and raised as a monk in Crediton and devoted his life to the mission of creating the Catholic Church in Germany. Retiring as Archbishop of Mainz he returned to his love of missionary work aged 73 but was martyred at Dokkum in Friesland. He is buried in Fulda Cathedral. For many years the two towns have enjoyed cultural exchanges and wider friendships have developed between the two communities. But during the First World War they were mortal enemies.

In England the 1914-18 conflict is known as ‘The Great War’ and is still remembered as a national tragedy. In Germany, however, memories of the First War have largely been overshadowed by the trauma of the Second World War.

The aim of our project is to discover and share the similarities as well as the differences between the war-time experiences in Fulda and Crediton. Whilst much is made of the stories of fighting in trenches, our interest is in the impact of the war on ordinary people living in our two towns at the time.

We have worked with history societies, delved into the archives, read letters and diaries and discovered some fascinating stories of real people.  

We have taken this material and incorporated it into a performance which we hope reflects our shared histories, and gives respect to the sufferings and sacrifices made over 100 years ago.   

A core of actors from both countries will be joined by local volunteers to present an engaging and theatrical event. We'll add poetic licence to history, to hear some real stories, reflect on the impulses we feel to fight, the justifications we give whilst doing so and some of the consequences.

Join us for this unique live theatre performance. Come and discover the true stories of ordinary people living through extraordinary times. Commemorate the centenary of the end of the Great War, created together by people from England and Germany.


Personen, deren Erlebnisse, Erfahrungen, Gedanken Teil des Theaterstückes sein werden


aus Crediton:

Charles Ware, 14-jährig gibt er vor bereits 18 zu sein und meldet sich für den Frontdienst. Seine Mutter findet dies heraus und verhindert es. Mit 15 versucht er es wieder. Die Mutter wendet sich ans Kriegsministerium, woraufhin er von der Front abgezogen wird. Er kehrt nicht nach Hause zurück sondern versorgt die Pferde beim Militär. Er bleibt bis 1920 beim Militär und steigt zum Sergeant auf.



Amy Montague
, Mutter von 4 Kindern, Sekretärin der Exeter Women's Social & Political Union, sehr unabhängig und freiheitsliebend, kämpft für die Rechte der Frau, 2 Söhne starben an der Front.



Reverend Worthington Jukes
, Priester, 1 Sohn, der im Krieg fällt sowie eine Tochter, die John Wissman heirtet, dessen Vater Deutscher war, aber für die Briten kämpfte.


Stephen Cyril Dimes
, verheiratet, Vater eines Sohnes. Kann sich nach einer schweren Verletzung, die im Lazarett notdürftig behandelt wird, nicht vorstellen, an die Front zurückzukehren. Kameraden berichten, er sei sehr niedergeschlagen. Am 12. April 1918 verlässt er das Krankenhaus, um spazieren zu gehen. Am 13. April 1918 wird seine Leiche in einem Eisenbahntunnel in der Nähe von Gillingham, Kent gefunden. Es gab mehrere Abschiedsbriefe. 


aus Fulda

Joseph Vonderau sen., verheiratet, Lehrer an der Domschule, Direktor des Vonderaumuseums, lebt bis zu seinem Tod 1951 im eigenen Haus An der Waides 15, Vater von 5 Söhnen und zwei Töchtern, 1 Sohn stirbt mit 2 Monaten, der 2. Sohn stirbt 1910 an den Folgen seienr Krankheit, Sohn Joseph zieht 1914 in den Krieg und stirbt dort als Held 6 Wochen später in Frankreich, seine Frau Josefine ist kränklich und oft im Sanatorium. Nach dem Krieg reist er nach Frankreich, um nach dem Grab seines Sohnes zu suchen und Hinweise zu dessen Tod zu finden. Er errichtet ihm einen Grabstein im eigenen Garten.

Josefine Vonderau, verheiratet mit Joseph Vonderau sen., Kinder s.o., leidet an Gallensteinen und Rheumatismus. Nach Joseph jun. Tod versuchte sie, mit ihrer Trauer fertig zu werden. Sie  stirbt am 28. November 1914 an ihrer Krankheit oder an einem gebrochenen Herzen?



Robert Vonderau
, heroisiert seinen Bruder Joseph und geht im August 1914 freiwillig zum Militär. Er wird an die Front nach Russland geschickt ist sehr stolz auf seine Uniform und darauf seinem Vaterland dienen zu können. Er überlebt den Krieg, leidet aber an einer zeitlebens an einer Kreigsverletzung am Bein.


Margarete Grippentrog
,
in Poznan, Polen geboren, kommt mit 20 Jahren nach Fulda, arbeitet an einer ev. Grundschule, errichtet eine Klasse mit 42 Mädchen, kümmert sich mit Kriegseintritt um die Nahrungsmittelversorgung der Soldaten, treibt hierfür Gelder ein, wird 1918 Mitglied der DDP und setzt sich stark für die Gleichberechtigung der Frauen ein, wird 1929 Rektorin an einer Mädchenschule in Kassel.


The play is based on the adventures, experiences and thoughts of the following people:



From Crediton

Charles Ware
 He enlisted at the age of 14, pretending he was 18. His mother found out and stopped him. Aged 15 he enlisted again and got as far as the front. His mother again found out and contacted her MP who, in turn, contacted the War Office on her behalf and had Charles withdrawn from the front. He wasn’t returned home but instead given the job of looking after the mules that used to carry stores to the front. He remained in the army until 1920, rising to the position of Sergeant.

 Amy Montague  Mother of four  and married to an army officer, Leopold Montague, she was an independent woman and a campaigner for women’s rights. She lived at Penton House, in Crediton, and was secretary of the Exeter Women’s Social & Political Union. Two of her sons were killed at the Front.

Reverend Worthington Jukes Vicar of Shobrooke Church, near Crediton, his eldest son was killed in the War. His daughter married John Wissman, whose father was German but who fought for the British.

Stephen Cyril Dimes An architect, married with one son, he joined the Royal Engineers as a Sapper and went to France in 1916 but was badly wounded at the front in 1917. While recovering in hospital in Kent, he became very depressed. On 12 April 1918 he left the hospital to go for a walk. The next day his body was found in a railway tunnel near Gillingham, Kent. He left several farewell letters.



From Fulda

Joseph Vondereau  (Senior) A teacher at Fulda Cathedral School, he became director of the Vondereau Museum. In 1897 he bought a run-down house which he renovated and lived in until his death in 1951.  With his wife Josephine, he had five sons and two daughters. One of his sons, Joseph, died a hero in France six weeks after the start of the war. Another son, Robert, fought in the war and survived. After the war Joseph senior travelled to France in search of his son’s grave.




Josephine Vondereau
 Married to Joseph Vondereau senior, she was plagued by gall stones and rheumatism  and had to spend time in a sanatorium.  After her son Joseph was killed, she tried to cope with her grief by working at the Siechenhaus, a home for injured soldiers. But she died 12 weeks later supposedly from her poor health but, many felt, from a broken heart.

Robert Vondereau   He hero worshipped his older brother, Joseph, and joined up in August 1914. He was sent to the Russian front and expressed pride in his uniform and being able to serve his country. A poet and enthusiastic sportsman, he survived the war but suffered from a leg injury for the rest of his life.  After the death of his brother and mother he wrote a poem entitled 'Mother and Son'.

Margarete Grippentrog  Born in Poznan, she came to Fulda in 1910 aged 20. She worked at the Evangelical Elementary School, where she set up a class for 42 girls at the school. At the outbreak of  war she helped with supplying food for the troops and had to ask for more money to support  the wounded and ill. In 1918 she became a member of the newly formed DDP (German Democratic Party) where she campaigned vigorously for the rights of women to be treated as equals.